Liebe Pfarreiangehörigen!

Beim Segen mit dem Aschenkreuz am Aschermittwoch heißt das Gebet: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Das entspricht dem, was der Schöpfergott gewollt und gewirkt hat: Er hat uns aus Staub erschaffen und wir kehren nach diesem irdischen Leben zum Staub zurück; gottgewollt.

In uns stecken Adam, Eva, Abel und Kain, dem von Gott ein Zeichen auf die Stirn gezeichnet wurde, das Kainsmal. Mit ihnen zusammen bilden wir die gefallene Schöpfung. In uns befinden sich die guten Lebenserfahrungen vieler Menschengenerationen, die vor uns lebten und gleichzeitig tragen wir alle das Kainsmal auf unserer Stirn.

Am Aschermittwoch lassen wir uns von Gott her das Kainsmal ersetzen durch ein Kreuzzeichen aus Asche. Das Kreuz aus Asche macht uns demütig und lässt uns einen tiefen Einblick nehmen in unser Wesen: Von Gott sind wir erschaffen aus Staub. Wir sind wesentlich Kinder von Adam und Eva und Geschwister von Abel und Kain. Doch durch die Annahme des Glaubens sind wir wesentlich Schwestern und Brüder von Jesus Christus geworden. Jesus Christus können wir den „zweiten Adam“ nennen. Der „alte Adam“, der alte Mensch ist in uns durch die Annahme des Glaubens erstorben und Jesus, der „neue Adam“, steht uns als Bruder zur Seite. Jesus selbst setzt statt dem Kainsmal das „Christusmal“. Mit Jesus Christus, dem neuen Adam werden wir neue Schöpfung, also Menschen, die wesentlich wieder genauso sind, wie Sie von Gott einmal erdacht und erschaffen wurden.

Wenn wir das „Jesusmal“ empfangen, das Aschenkreuz, dann sagt der neue Adam, Jesus Christus, selbst zu uns: Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst. Bedenke zugleich, dass du mit mir zusammen neue, erlöste Schöpfung geworden bist.

Wir können auf diese Heilszusage Jesu glaubend antworten: Ja, Jesus, du hast recht. Ich bin nur Staub und du allein kannst mir schon jetzt und im Anschluss an dieses irdische Leben endgültig ewiges und erlöstes Leben schenken.

 

Ich grüße Sie alle herzlich.

A. Weitzel, Pfr.