Liebe Pfarreiangehörigen!

An Pfingsten feiern wir das Hochfest des Heiligen Geistes. Gott verschenkt sich nicht nur in seinem Sohn an uns, sondern er beschenkt uns zudem mit dem Heiligen Geist. Dankbar feiern wir an Pfingsten, dass Gottes Geist in uns lebt.

Am Pfingsttag ist auch die Kirche entstanden. Gott selbst gründete sie. Die Kirche ist und bleibt Gottes Kirche; sie gehört also nicht uns oder bestimmten Menschengruppen oder Konfessionen. Gottes Geist befähigt uns alle (nicht nur Theologen) darüber nachzudenken, wie Gott ist und wie Gott seine Kirche und schließlich auch uns Menschen gewollt hat. Gottes Geist befähigt uns zu einer je einzigartigen Beziehung zu ihm. Alle getauften Menschen sind Priester und können (im Gegensatz zu alttestamentlichen Vorstellungen) selbst zu Gott beten. Darum wird es so viele Gottesbilder geben, wie es Menschen gibt. Jede Spiritualität muss ganz persönlich sein, denn Gott hat jeden Menschen ganz einzigartig erschaffen und wünscht zu ihm eine ganz einzigartige Beziehung.

Wir sollten alle darüber nachdenken, wie grenzwertig es ist, wenn Kirche den Menschen genaue Vorschriften machen will, wann, wo und wie zu beten ist etc. Das wäre zugleich das Ende jeder Volksfrömmigkeit und eine unglückliche Reglementierung des freien Christenmenschen. Keine Dogmatik kann hinreichend Gott so beschreiben, wie er wirklich ist. Manche Vorgabe mag hilfreich und sinnvoll sein; manche altmodisch, aufgeklärt oder sogar verlockend modern daherkommen. Dennoch heißt es: Vorsicht und immer den Einzelnen in seiner einzigartigen Gottesbeziehung ernst nehmen und respektieren!

Mein Pfingstwunsch für Sie alle: Mögen Sie alle bereit und fähig sein, Ihre einzigartige Gottesbeziehung selbstbewusst zu leben! In diesem Sinne: Allen frohe und gesegnete Pfingsten!

 

Ich grüße Sie alle herzlich.

A. Weitzel, Pfr.